Donnerstag, 11. August 2011

lebloser Punkt

Starr steh ich da!
Mein Blick fixiert auf einen großen leblosen Punkt.
Fassungslos - ohne eine Regung.
Ich stehe wie versteinert da und beobachte das Geschehen.
Immer noch fixiert auf diesen Punkt, bewegt sich die Zeit im Augenwinkel.
Will mich bewegen, will schreien, will nieder knien, will mich hinwerfen,
will weinen, möchte meine Tränen schmecken, doch wie ich mich auch anstrenge,
ich bleib regungslos stehen.
Alles um mich herum bewegt sich - berührt mich.
Ich höre Stimmen zu mir sprechen, doch verstehe ich die Bedeutung der Wörter nicht.
Meine Augen schmerzen - kann sie nicht schließen.
Will mit der Hand nach unten greifen - will dass sie ergriffen wird.
Will diesen Punkt nicht mit meinen Blicken abwenden.
Niemals soll mein Blick in ein leeres Nichts gerichtet sein.
Will rausgeholt werden von meinem Standpunkt.
Fühl mich selbst leblos, wie dieser Punkt vor mir!

Denn dieser Punkt hat mein Herz von mir gerissen - weggenommen - dort hin, wo ein lebender Mensch niemals sein kann. Dieser lebloser Punkt hat SEINE Seele und MEIN Herz mitgenommen!

(Papa, ich vermisse dich)

Kommentare:

  1. Auch ich habe vor etwa 7 Jahren meinen Vater durch eine schwere Krankheit verloren. Der Leidensweg war schlimm und man hat sich selbst sehr viel vorgemacht. Sicherlich hätte man die vorhandene Zeit sinnvoller nutzen können. Doch der Schmerz über den Verlust sitzt tief. Es sind Entscheidungen, Kleinigkeiten oder die guten Worte die einfach nicht mehr da sind. Der Hobby-Keller ist leer noch immer hängt die graue Arbeitsjacke dort, als wenn er gleich um die Ecke kommt und sie wieder anzieht. Jetzt kullern mir tatsächlich auch die Tränen. Aber ich bin Tapfer .. ich hab mich mit mit diesem Verlust abfinden müssen.. habe sicherlich auch sehr lange benötigt um wieder unter Menschen zu kommen. Es tut einfach nur weh und man fühlt sich nicht mehr vollkommen. Es ist nicht einmal der Tod, der zumindestens mich so angreift, sondern der Verlust, der Verlust sich nicht mehr unterhalten zu können, am Tisch zum Abendbrot fehlt einfach jemand. .. es ist jetzt über 7 Jahre her und ich fühle immer noch so ..

    Ganz liebe Grüße
    Seidenweich

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  2. Ja das stimmt! Nur habe ich anders getrauert. Ich hab erst recht Leute um mich gebraucht, also war ich viel unterwegs und hab viel Partys bei mir gefeiert. Aber ich hab auch meine Stillen Momente gehabt in denen ich diese Trauer verarbeitet hab. Heut denk ich oft mit einem Lächeln an ihn zurück, weil ich so viele schöne Momente mit ihm hatte und lustige. Mir kommen immer selterner die Tränen! Aber trotzdem wird es immer weh tun!

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