Mittwoch, 11. April 2012

Nur ein Kuss


Er, der Eine, dem du schon öfter über den Weg gelaufen bist, sitzt auf der anderen Seite der Bar. Du kannst ihn ganz genau sehen und du merkst, wie er dich spielerisch mit eindringlichem Blick anstarrt. Keinesfalls unangenehm, eher begehrenswert. Diesen Blick erwiderst du, hältst ihn fest, denn du bist gelähmt, wie hypnotisiert, nimmst nur noch ihn wahr.

Das Atmen fällt dir regelrecht schwer. Du fühlst heftig dein Herz und jeden einzelnen Puls. Das Blut fließt schneller und lässt deinen Körper leicht erwärmen. Das alles fällt dir kaum noch auf, denn du bist unersättlich in seine Augen versunken. Jeder im Raum scheint euch beide zu beobachten und zu wissen, was da vor sich geht.

Deine Augenlider fangen an sich anmutig zu senken, erschöpft und doch erwartungsvoll. Dein Mund hat sich zart geöffnet und du gleitest mit deinen Fingern zu deinen Lippen und spürst, wie sie einen Hauch voller geworden sind. Die Luft fast angehalten. In deiner Trance, den Blick immer noch auf diesen einen Mann gerichtet, kommt er auf dich zu. Deine Brust bewegt sich durch das schnelle Atmen immer heftiger auf und ab.

Die Gelegenheit auf Befriedigung durch seine Küsse rückt immer näher und du wirst immer schwächer. Du zitterst, doch davon bekommst du nichts mehr mit. Er berührt mit seiner Hand deine Wange. Du bist nun zu schwach, um aufzustehen. Er kniet sich vor dich hin, ohne ein Wort zu sagen. Ihr blickt direkt in die Seele des anderen. Du schließt nun deine Lider und du nimmst seinen Atem in dir auf, als er mit seinen Lippen die deinen berührt!

- Nicht mehr imstande zu denken!

1 Kommentar:

  1. Sehr schön geschrieben! Ich werde wohl mal des Öfteren bei dir reinschnuppern und lesen...

    LG,
    Ben

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