Dienstag, 4. Dezember 2012

Die Monster

Die Monster, die Monster sind überall. Sie wollen sie fangen, sie fesseln, sie verschlingen. Sie halten sie fest, sie beißen ihr die Haut vom Leib, die Haut die mit seinen Berührungen bedeckt sind. Sie fressen ihr Fleisch, das Fleisch, das sie einst nur ihm schenkte. Sie reißen ihr die Lungen heraus, die Lungen die den Atem seiner Küsse in sich tragen. Schließlich auch ihr Herz, das Herz, das nur ihn liebte. Verlassen liegen nun die blutverschmierten Knochen auf dem Sand, in der Hitze der Sonne, verstreut, nicht zu erkennen welcher einst, welchen Körperteil hielt. Zersplittert zerkratz von den gierigen Zähnen der Monster.

Die Eifersucht trägt sie nun in sich, die Habgier trägt sie nun in sich, die Wollust trägt sie nun in sich. Aufgenommen von der unerträglichen Liebe. Seine Hände an den Lippen, endlich trägt er sie in sich, ihr Innerstes, das er schon immer vor Begierde verschlingen wollte. Mit ihrem Blut an seinen Händen gräbt er ein Loch für ihre süßlichen Überreste, die noch zum Greifen so nah sind, verdeckt sie mit dem nassen Sand. Einsam, im kalten Dunkel liegen sie nun vergraben.

Befriedigt legt er sich daneben, streicht über ihr Grab. Tränen überfallen ihn, Trauer macht sich in ihm breit. Plötzlich überwältigt von Wut, Zorn, Hass und Sehnsucht schreit er auf, windet sich vor Schmerzen, kaum auszuhalten! Was hat er nur getan? Sie ist weg, nie wieder wird er in ihren lieblichen Genuss kommen können. Verzweifelt reißt er sich die Brust auf, das Blut, das nun mit ihrem Blut vermischt ist, spritzt heraus. Er reißt sich die Gedärme heraus, die ihr Fleisch und ihre Haut verdauen. Er reißt sich seine Lungen heraus, mit dem Hauch seiner eigenen Küsse und schließlich mit einem lauten Seufzer reißt er sich sein Herz heraus.


Für eine Sekunde sieht er sein eigenes Herz in seiner Hand und erkennt ihr Gesicht darin. Tränen überfüllt senkt er sein Kopf zur Seite, sein Leib nun leblos, fällt sein Herz auf ihr Grab, das Blut versickert darin.

Ruhe in Frieden meine Geliebte, ruhe in Frieden!


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